CUI: Advanced Imaging of Matter
Imaging of Matter
Foto: UHH/CUI, Peter Garten
8. Juli 2026

Foto: privat
Prof. Shuyun Zhou von der Tsinghua-Universität, China, und Prof. Suzy Zhang von der Okinawa Institute of Science and Technology (OIST) Graduate University, Japan, werden mit der Mildred Dresselhaus Gastprofessorur 2026 des Hamburg Centre for Ultrafast Imaging (CUI) ausgezeichnet. Das Programm umfasst einen längeren Forschungsaufenthalt am Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ sowie ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro für den Senior-Preis und 10.000 Euro für den Junior-Preis.
Der Senior-Preis geht an Shuyun Zhou, Professorin am Fachbereich Physik der Tsinghua-Universität in Peking, China, und weltweit anerkannte Pionierin in der experimentellen optischen und der Festkörperphysik. Sie ist insbesondere für ihre bahnbrechenden Beiträge zum Elektronenstruktur-Engineering und zur Kontrolle von zweidimensionalen Materialien und Heterostrukturen mit Lichtfeldern bekannt.
„Ich gratuliere Shuyun ganz herzlich. Sie ist eine herausragende Forscherin auf dem Gebiet der Quantenmaterialien und eine weltweit führende Expertin für die Untersuchung deren ultraschneller Dynamik. Shuyun unterhält zudem enge Kontakte zu Physikerinnen und Physikern in Deutschland, und wir sind überzeugt, dass ihr Sabbatical in Hamburg von großem Nutzen für unsere Community sein wird“, sagt Andrea Cavalleri, Professor an der Universität Hamburg und Direktor des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD).
Zhou arbeitet bereits eng mit Cavalleris Gruppe zur Nichtgleichgewichtsdynamik in Quantenfestkörpern sowie mit Prof. Francesca Calegari (UHH, DESY) in der Photoemissionsspektroskopie bei extremen Zeitskalen, mit Prof. Jie Shan und Prof. Kin Fai Mak (beide MPSD) zur Steuerung elektronischer Eigenschaften niedrigdimensionaler Systeme mithilfe von Gleichgewichts- und Nichtgleichgewichts-Tuning-Methoden sowie mit Prof. Angel Rubio (MPSD, UHH) zum Floquet-Engineering in zweidimensionalen Materialien, zur Moiré-Steuerung und zu verwandten Themen an der Schnittstelle zwischen Experiment und Theorie.
Shuyun Zhou: „Seit den Anfängen meiner wissenschaftlichen Laufbahn ist Mildred Dresselhaus ein inspirierendes Vorbild für mich. Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie ich sie vor mehr als zwanzig Jahren während meiner Promotion auf der APS-März-Tagung gesehen habe, und es ist mir eine große Ehre, die nach ihr benannte Gastprofessur zu erhalten. Das Hamburg Centre for Ultrafast Imaging ist international für seine bahnbrechende Forschung im Bereich der Ultrakurzzeitphysik anerkannt, und ich freue mich sehr auf die Gelegenheit, mit herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten, bestehende Kooperationen zu vertiefen, neue aufzubauen und neue Wege im Bereich der ultraschnellen Quantenmaterialien und Licht-Materie-Wechselwirkungen zu erkunden.“
Zhou studierte Physik in China und promovierte an der University of California, Berkeley, USA. Anschließend arbeitete sie als Postdoktorandin am Lawrence Berkeley National Laboratory, bevor sie als außerordentliche Professorin und später als Professorin am Fachbereich Physik der Tsinghua-Universität tätig wurde.
Ihre Leistungen wurden mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, darunter der Xplorer-Preis, der Huang-Kun-Physikpreis der Chinesischen Physikalischen Gesellschaft, die Ernennung zur Changjiang-Distinguished-Professorin, die Förderung durch den Nationalen Wissenschaftsfonds für herausragende junge Wissenschaftler sowie der L’Oréal-UNESCO-Preis For Women in Science in China. Sie ist gewähltes Ratsmitglied der Chinesischen Physikalischen Gesellschaft und war Mitglied der Kommission für Struktur und Dynamik der kondensierten Materie der International Union of Pure and Applied Physics.
Zhou engagiert sich für die Förderung der nächsten Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Als Preisträgerin des L’Oréal-UNESCO-Preises For Women in Science in China setzt sie sich für die Förderung von Frauen in der Wissenschaft ein und strebt den Aufbau einer Physik-Community an, in der Vielfalt und Chancengleichheit gewürdigt werden.
Der Junior-Preis geht an Suzy Zhang, Tenure-Track-Assistenzprofessorin an der Okinawa Institute of Science and Technology (OIST) Graduate University in Japan, wo sie die unabhängige Forschungsgruppe „Collective Dynamics and Quantum Transport“ leitet. Ihre Forschung befasst sich mit der Dynamik und dem Transport in verschiedene Arten von Quantenmaterie, mit dem Ziel, emergente Vielteilchenphänomene und potenzielle Anwendungsmöglichkeiten in der Spintronik, Elektronik und Quanteninformation aufzudecken. Zhang kombiniert Methoden aus der Quanten-Vielteilchenphysik, der mesoskopischen Physik und der Quantenoptik. Dies ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit Dr. Thore Posske und Prof. Martin Eckstein von der Universität Hamburg bei der Erforschung von Spinketten und Transport. Weitere Projekte könnten Kooperationen mit den Gruppen unter der Leitung von Prof. Andrea Cavalleri, Prof. Angel Rubio, Prof. Jie Shan und Prof. Kin Fai Mak umfassen.
„Ich gratuliere Suzy von ganzem Herzen. Ihre äußerst fundierte Expertise zur Licht-Materie-Wechselwirkung in Quanten-Spin-Systemen stehen in engem Zusammenhang mit den aktuellen Themen, die wir auf diesem Gebiet untersuchen wollen. Darüber hinaus ist Suzy eine Koryphäe in einer Vielzahl theoretischer Methoden. Ich freue mich sehr darauf, sie in Hamburg willkommen zu heißen und anregende Forschungsgespräche mit ihr zu führen“, sagt Thore Posske.
Suzy Zhang: „Ich fühle mich zutiefst geehrt und bin sehr dankbar, als Preisträgerin der Mildred-Dresselhaus-Gastprofessur ausgewählt worden zu sein. Ich möchte dem Auswahlkomitee meinen aufrichtigen Dank für diese Anerkennung aussprechen und meinem Gastgeber Thore für seine großzügige Unterstützung und Einladung danken. Das hervorragende Forschungsumfeld in Hamburg und insbesondere die Pionierarbeit, die am CUI und am MPSD auf dem Gebiet der Nichtgleichgewichts-Quantenmaterie geleistet wird, faszinieren mich schon seit langem. Es ist ein Privileg, die Gelegenheit zu haben, einen längeren Zeitraum hier zu verbringen, von den vielen hervorragenden Forschenden im gesamten Zentrum zu lernen und mit ihnen zusammenzuarbeiten sowie einen Beitrag zu einer lebendigen wissenschaftlichen Gemeinschaft zu leisten.“
Zhang studierte Physik in China und promovierte in den Vereinigten Staaten, wo sie auch die ersten Jahre als Postdoktorandin verbrachte. Anschließend wechselte sie zum Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden. Sie wurde Junior-Gruppenleiterin am Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden und trat 2025 ihre Stelle als Assistenzprofessorin am OIST an.
Sie hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den „Distinguished PKS Postdoctoral Fellow“ am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden, fünf Forschungsstipendien und Stipendien in China und den Vereinigten Staaten sowie den „Chancellor’s Award“ der UCLA für herausragende Postdoktorandenforschung. Als Erstakademikerin zeigt sie beispielhaft, wie sehr das globale akademische System sowohl herausfordernd als auch voller Chancen sein kann – ganz im Sinne von Mildred Dresselhaus.