CUI: Advanced Imaging of Matter
Imaging of Matter
Foto: UHH/CUI, Peter Garten
8. September 2026

Foto: DESY
Alle zwei Jahre wird der Norddeutsche Wissenschaftspreis für Spitzenleistungen im Rahmen herausragender länderübergreifender Forschungskooperationen verliehen. Dieses Jahr im Bereich der Lebenswissenschaften. Ausgezeichnet wurde unter anderem ein Projekt, an dem Cluster-Sprecher Prof. Henry Chapman federführend beteiligt ist.
Wie die Orientierung der Zugvögel im Erdmagnetfeld auf molekularer Ebene funktioniert, ist eines der großen Rätsel der Biologie. Das Projekt „Der Magnetsinn von Zugvögeln: Von Quantenzuständen zur biologischen Funktion“ geht dies erstmals mit atomarer Präzision an und verbindet dafür Biologie, Biophysik und Strukturbiologie: Mithilfe der zeitaufgelösten seriellen Femtosekunden-Kristallographie soll getestet werden, ob das Protein Cryptochrom 4 seine Form in Abhängigkeit vom Magnetfeld ändert und als Magnetfeldsensor in Tieren fungiert. Die serielle Femtosekunden-Kristallographie ist ein Spezialgebiet von Henry Chapman, der als Professor an der Universität Hamburg, führender Wissenschaftler bei DESY und im Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter" forscht.
In dem ausgezeichneten Projekt kooperieren Forschende von zwei Exzellenzclustern unterschiedlicher Bundesländer miteinander. Beteiligt sind die Universität Hamburg, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, das Deutsche Elektronensynchroton (DESY) und der European XFEL in Hamburg. Die Jury bewertete das Projekt mit Blick auf die genutzte Infrastruktur als international einmalige Leistung.
Außerdem wurde ein weiteres Projekt ausgezeichnet, an dem die Universität Hamburg beteiligt ist: „Disrupt, Evade, Exploit: Genexpression und Manipulation der Wirtsantwort bei DNA-Virusinfektionen“ (DEEP-DV) erforscht Mechanismen bei DNA-Virusinfektionen, die chronische Erkrankungen begünstigen können. Als drittes Projekt wurde die Initiative for Digital Implant Research (IDIR) ausgezeichnet.
Der Norddeutsche Wissenschaftspreis ist mit insgesamt 250.000 Euro dotiert. Die drei Preisträger teilen sich das Preisgeld und erhalten jeweils 83.000 Euro. Der Preis wird von der Norddeutschen Wissenschaftsministerkonferenz (NWMK) vergeben, um herausragende länderübergreifende Forschungskooperationen zu würdigen, die wissenschaftliche Spitzenleistungen erbringen, die wissenschaftlichen Netzwerke in Norddeutschland stärken und deren Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit fördern.
Pressemitteilung: Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern (PDF)