Ringvorlesung: Rassismus(-kritik) in der Wissenschaft. Perspektiven für Lehre, Forschung und Verwaltung
Wann: Mi, 14.10.2026, 18:15 Uhr bis Mi, 27.01.2027, 19:45 Uhr
Wo: Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg, Uni-Hauptgebäude, ESA H (Eduard-Heimann-Hörsaal)
Ringvorlesung WiSe 26/27
Rassismus(-kritik) in der Wissenschaft. Perspektiven für Lehre, Forschung und Verwaltung.
Die Forschung zu Rassismus fristet an deutschen Universitäten bisher ein Nischendasein. Wie der Bericht „Zwischen Prekarität und Institutionalisierung. Eine Bestandsaufnahme der Rassismusforschung in Deutschland (2015–2025)“ des Wissensnetzwerks Rassismusforschung (WinRa) konstatiert, welcher die Forschung zu Rassismus(kritik) an deutschen Hochschulen resümiert, gibt es bundesweit nur drei Professuren mit expliziter Denomination für Rassismusforschung. Darüber hinaus existieren keine eigenständigen Studiengänge zu Rassismuskritik und in den Fachdisziplinen fehlen systematisch verankerte curriculare Modelle. Monieren lassen sich weiterhin eine fehlende Institutionelle Verankerung von Rassismuskritik und mangelnde finanzielle und personelle Ressourcen.
Diese Ringvorlesung hat zum übergeordneten Ziel, anhand von zentralen Themen in die Rassismuskritik einzuführen, Einsichten der Rassismusforschung zu vermitteln, macht- und rassismuskritische Perspektiven sichtbar zu machen und für bestimmte virulente aktuelle rassialisierende Diskurse zu sensibilisieren. Darüber hinaus soll sie Impulse für den Ausbau und die Intensivierung von rassismuskritischer Forschung und Lehre liefern. Die Ringvorlesung richtet sich an Studierende, Lehrende und Beschäftigte sowie die interessierte Hamburger Öffentlichkeit.
Die Ringvorlesung wird organisiert von der Projektgruppe „Collective Responsibility. Rassismus(-kritik) an Hochschulen“ mit freundlicher Unterstützung des Zentrums Antidiskriminierung, der Gleichstellung der Fakultät für Geisteswissenschaften der UHH und der Stabsstelle Chancengerechtigkeit der UHH.
+++ Programm +++
mittwochs, 18:15-19:45 Uhr, Hörsaal ESA H, Eduard-Heimann-Hörsaal (Hauptgebäude UHH)
Vorträge in deutscher und englischer Sprache
14.10.26
Prof. Dr. Johannes Ismaiel-Wendt:
Von Vorsingen und prekären Bretterbuden. Dissonante Partizipation am institutionalisierten Hype of irgendwas mit Post- oder Dekolonisation
21.10.26
Sidney Oliveira, M.Ed.:
Weißes (Hoch-)Schulsystem: (Un-)Möglichkeiten des Lernens für Schwarze Nicht-Subjekte - eine afropessimistische Perspektive
28.10.26
Arjunraj Shakeela Nataraja, M.A.:
Collaborative Storytelling: how to tell stories across differences
04.11.26
Dr. des. Tae Jun Kim:
Rassismus messen, aber wie? Ergebnisse aus dem Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor
11.11.26
Dr. Kim Todzi:
Wissen, Herrschaft, Rassismus. Zur Konstruktion kolonialer Differenz um 1900
18.11.26
Prof. Dr. Elsa Clavé:
Exclusions and inclusions in knowledge production in Southeast Asian studies
25.11.26
Dr. Dorothy Makaza-Goede:
Race and Responsibility in International Law: From Colonial Violence to Contemporary Justice Claims
2.12.26
Prof. Dr. Miriam Tariba Richter:
Rassismus und Gesundheit
09.12.26
Dr. Laibor Kalanga Moko:
The Affective Politics of Restitution of Colonial Collections and Human Remains to Tanzania
16.12.26:
Prof. Dr. Yasemin Karakasoglu:
Rassismus(kritik) in den Strukturen der Universität – Einsichten und Strategien
06.01.27:
Dr. Gilberto Rescher:
Rassismus und dekoloniale Perspektiven
13.01.27:
Dr. Nikolai Huke:
Rassismus als verdecktes Strukturprinzip der Arbeitswelt
20.01.27:
Alexandra Raptis, M.A.:
“Weil in der Schule die meteorologischen Beobachtungen Tangas aufgezeichnet werden” - Koloniale Wissensproduktion in Bildungskontexten
27.01.27:
Team Zentrum für Antidiskriminierung der UHH & Prof. Dr. Mehrdad Payandeh (Bucerius Law School, Safer Spaces UHH):
Interventionen und Empowerment gegen Rassismus an der Hochschule. Perspektiven aus Beratung, Bildungsarbeit und Recht